Die Mitglieder von Back-on-Track Germany e.V. haben am 23. Juni 2026 einen neuen Vorstand gewählt:
Bernhard Knierim | Vorsitzender
Bernhard Knierim ist eigentlich Biophysiker und arbeitete bereits an verschiedenen Universitäten und Forschungsinstituten, zuletzt in der Bioenergie-Forschung. Nebenher war er schon immer politisch aktiv – zunächst globalisierungskritisch, dann zunehmend für die Verkehrswende. Ab 2005 hat er die Kampagne Bahn für Alle aufgebaut, gegen den damals geplanten Börsengang der Deutschen Bahn AG. Mit vielen anderen hat er dazu beigetragen, dass die DB auch heute weiter in öffentlicher Hand ist. Mit dem Bündnis setzt er sich weiter für eine bessere Bahn in öffentlicher Hand ein, die politisch im Sinne des Gemeinwohls gesteuert wird.
2010 dann der Abschied aus der Forschung, sein Grund: Für die politischen Veränderungen fehlt es nicht an Erkenntnissen, sondern an der Umsetzung. Daher hat er noch einmal studiert – diesmal Politik – und nebenher als Referent für Bahnpolitik im Bundestag gearbeitet. Im Rahmen dieser Arbeit kamen die Beschäftigten der damaligen Nachtzug-Tochter der Deutschen Bahn auf ihn zu mit der Bitte, sie bei ihrem Kampf gegen das Aus der DB-Nachtzüge zu unterstützen. Leider konnten auch diese Aktivitäten den DB-Vorstand nicht umstimmen, aber aus den zunehmend internationalen Protesten ist letztlich das europäische Bündnis Back-on-Track entstanden, in dem er seitdem mitarbeitet.
Seit 2022 arbeitet Bernhard Knierim bei der Allianz pro Schiene, die sich für mehr Schienenverkehr und eine entsprechende Verkehrspolitik einsetzt. Außerdem hat er in den letzten zwölf Jahren insgesamt vier Bücher zu Verkehrs- und Bahnpolitik geschrieben sowie zahlreiche Artikel für Zeitschriften und Zeitungen. Seine längste Bahnreise brachte ihn Dank zweier Nachtzüge bis nach Schwedisch-Lappland.
Patrick Neumann | stellv. Vorsitzender
Eigentlich mit Worten statt mit Zügen beschäftigt sich Patrick Neumann, er kommuniziert beruflich als Campaigner – aber nur „für die gute Seite“ Marketing hat er auch mal studiert, daher schnell ein Werbeblock: Mitglied bei uns zu werden ist ein feiner (Nacht)Zug – schon ab 1 Euro/Monat kann man unser Engagement unterstützen, auch als Firma.
Zum Erasmus-Semester in Kopenhagen reiste Patrick mit dem Nachtzug von CityNightLine. Ankunft mitten in der Stadt, mit Sack und Pack. Wäre doch großartig, wenn auch diese Verbindung von NRW back on track käme, oder?
Welche Nachtzugfahrt dem gebürtigen Dortmunder am meisten in Erinnerung ist? – 1996 von Dortmund nach München, und in der folgenden Nacht glückselig zurück: Durch einen Sieg bei 1860 München wurde der BVB unerwartet früh Deutscher Meister.
Seine jüngsten Nachtzugziele: Aufs schwedische Fjäll in Östersund, zu Vesuv & Ätna mit Trenitalia, vom Strand auf 2.000 Meter in 22 Stunden dank des Nightjet Amsterdam → Basel, öfters mit den ÖBB über den Semmering und natürlich von Kreuzberg nach Stockholm mit nur einem Umstieg. Diese Erfahrungen fanden ihren Weg in unsere Buchungstipps.
Mikolai Gütschow | Schatzmeister
Verspätete Bereitstellung
Josua Benz | Mitglied des Vorstandes
Zunächst studierte Josua Informationstechnik und war einige Jahre in diesem Bereich tätig, durch das steigende Interesse an Nachhaltigkeit folgte ein Studium in betrieblicher Umweltinformatik was ihn nach Berlin führte. Nach Abschluss des Studiums arbeitet er seit 2026 als Inbetriebsetzer für Stellwerkstechnik und verbindet damit seine großen Interessenfelder Informatik und Zugverkehr. Ehrenamtlich ist er neben Back-on-Track Germany e.V. auch in einem historischen Bahnverein tätig.
Die ersten Reisen mit einem Interrail Ticket machte Josua bereits zur Schulzeit, spätestens nach einer großen Zugreise nach dem Abitur war die Begeisterung fürs Zugfahren und Nachtzüge vorhanden. So stand es auch außer Frage, dass der Umzug nach Schweden für ein Erasmus-Semester mit dem Nachtzug erfolgt. Selbst der Anfahrtsweg nach Armenien für ein Seminar ein Jahr später erfolgte größtenteils mit Zügen und Nachtzügen, nur zwischen der Türkei und Georgien musste er auf eine Busverbindung zurückgreifen.
Josua betreibt den Reiseblog zugreiseblog.eu mit Berichten und Tipps zum Bahnfahren in Europa (und darüber hinaus), mit dem er Leute für das Reisen mit dem Zug begeistern möchte. Er verbrachte schon viele Nächte im Zug und genießt die entschleunigende Art eines Nachtzugs, dass man weite Entfernungen „im Schlaf“ zurücklegt, sowie die zufälligen Begegnungen welche man mit den Mitreisenden hat. Mit dem Nachtzug fuhr er bereits nach Palermo auf Sizilien, nach Kars im Osten der Türkei, nach Marrakesch in Marokko sowie nach Narvik im hohen Norden von Norwegen. Für die Zukunft wünscht sich, mit dem Nachtzug nach Sarajevo und nach Barcelona fahren zu können – so wie es einst möglich war.
Joachim Holstein | Mitglied des Vorstandes
Joachim, Jahrgang 1960, hat als junger Student noch die Zeiten erlebt, als Nachtzüge allgegenwärtig, preiswert und einfach zu nutzen waren: Ein Nachtzug verband den Heimatort Heilbronn mit dem Studienort Hamburg, Nachtzüge ermöglichten Deutschlandtouren mit drei Bundesligaspielen an einem Wochenende. Sie führten ihn in den Norden Norwegens, verhalfen zur Flucht vor den Mücken Nordschwedens nach Stockholm und Kopenhagen, brachten ihn in den 1980ern zum Baikalsee oder nach Odessa und ermöglichten 1990 eine Tour de France sowie eine Vuelta a España auf Schienen.
Kurz vor dem Hispanistik-Examen stieß er auf die Stellenanzeige für einen Studijob bei der Bahn, machte sein Hobby zum Beruf und arbeitete ab 1996 bei der Mitropa, ab 2002 DB European Railservice GmbH, als Steward auf Nachtzügen und Autoreisezügen. Der Traumjob endete 2016, als die Deutsche Bahn die Nachtzüge einstellte – der »Spiegel« begleitete ihn bei seiner letzten Dienstfahrt.
Schon 2008 hatten Beschäftigte gegen die Einstellung des Nachtzuges Hamburg-Paris protestiert (»Wir wollen nach Paris und nicht an die Börse«), und als Betriebsrat sowie als Mitglied und schließlich Sprecher des Wirtschaftsausschusses des Gesamtbetriebsrates nutzte Joachim auch diese Funktionen, um den Nachtzug zu verteidigen. Als Mitbegründer des europäischen Netzwerks »Back on Track« war er 2015 und 2017 als Sachverständiger zu Anhörungen des Bundestagsausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur zum Thema Nachtzüge geladen, ist Mitglied im Bündnis »Bürgerbahn statt Börsenbahn« (jetzt: »Bürgerbahn – Denkfabrik für eine starke Schiene«), bloggt dort über Bahnthemen und und ist Mitautor mehrerer »Alternativer Geschäftsberichte« zur Deutschen Bahn AG. Er betreibt die Website nachtzug-bleibt.eu und ist als Hamburger natürlich Mitglied bei »Prellbock Altona« für den Erhalt des Kopfbahnhofs.
Daniel Hanemann / Jonas Rösch | Mitglieder des Vorstandes
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