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Back-on-Track lädt Europa ein, das Nachtzug-Netz für 2032 zu entwerfen

Mit einem neuen, kostenlosen Online-Tool kann jede/r Nachtzugstrecken planen und die Kosten sehen. Die öffentliche Beta-Phase startet am 22. September, dem ersten Tag der weltgrößten Eisenbahn-Messe „InnoTrans“ in Berlin. Das Team von Back-on-Track ist bis zum 25.9. vor Ort: im Wagen von Luna Rail auf dem Außengelände (T1/70).

Berlin, 17. September 2026 – Am 22. September, dem ersten Tag der InnoTrans, startet Back-on-Track die öffentliche Beta-Phase seines „Night Train Modeling Tool“. Das Tool ist kostenlos und Open Source. Jeder kann damit Nachtzugstrecken auf einer echten Karte des europäischen Schienennetzes einzeichnen. Das Tool zeigt dann sofort an, was die jeweilige Strecke kosten würde und wie viel CO₂ dadurch eingespart würde. Die besten Entwürfe fließen in eine Studie für ein europäisches Nachtzugnetz im Jahr 2032 ein. Die Studie wird der Europäischen Kommission (GD MOVE) und den nationalen Verkehrsbehörden vorgelegt.

Back-on-Track will die Zahl der Nachtzugverbindungen in Europa von derzeit etwa 150 auf 300 verdoppeln und die Zahl der Nachtzugfahrgäste bis 2032 verdreifachen. Mit einem ambitionierten Nachtzugnetz könnte Europa rund 3 % der gesamten Treibhausgasemissionen der EU vermeiden (Quelle: https://back-on-track.eu/the-global-warming-reduction-potential-of-night-trains/).

„Die Gleise sind da und die Nachfrage ist da. 70 % der Europäer sind bereit, das Flugzeug gegen einen Nachtzug einzutauschen. Was fehlt, ist eine gute Netzplanung und der politische Wille, das Netz aufzubauen. Unser Tool soll zeigen, welche Strecken Europa noch hinzufügen sollte“, sagt Juri Maier, Vorsitzender von Back-on-Track.

Das Tool wurde von zehn „Back-on-Track“-Freiwilligen aus ganz Europa entwickelt. Es wird unter einer GPL-Lizenz veröffentlicht, sodass jeder jede Zahl und jeden Schritt des Modells überprüfen kann. Während sich die Bahnbranche auf der InnoTrans in Berlin trifft, veröffentlicht ein Team von Freiwilligen ein Planungstool, das jeder kostenlos nutzen kann.

Die Beta-Version macht die Netzplanung zu einem Spiel. Nutzer schlüpfen in die Rolle eines Netzplaners. Sie zeichnen Strecken auf einer echten Karte des Schienennetzes ein. Das Tool erstellt dann realistische Fahrpläne und testet verschiedene Zugzusammensetzungen. Es zeigt die gesamten Betriebskosten, die benötigten öffentlichen Mittel und die CO₂-Einsparungen an. Nutzer können Ergebnisse verschiedener Standardszenarien vergleichen und sie mit der Community teilen. Doch das Ziel hinter dem Spiel ist ernst gemeint: eine Studie mit offenen Daten und einer offenen Methode, der Entscheidungsträger vertrauen können.

„Crowdsourcing ist der Schlüssel. Das Wissen über dieses Netz befindet sich nicht in einem einzigen Büro. Reisende wissen, welche Verbindungen in Europa fehlen. Betreiber und Infrastrukturexperten verfügen über Wissen, das keine Beratungsfirma allein zusammenbringen könnte. Und einen Vorschlag, den die Community erarbeitet hat, wird die Community auch verteidigen“, sagt David Wedekind, „Back-on-Track“-Freiwilliger und Projektleiter.

Das Tool ist der erste Schritt eines fünfstufigen Prozesses. Ab dem 22. September sammelt „Back-on-Track“ Routenvorschläge von Nutzern. Die nächsten Schritte sind Feedback, die Auswahl der stärksten Strecken als Rückgrat des Zielnetzes und eine abschließende Studie mit einer öffentlichen interaktiven Karte. Alle Mitwirkenden werden namentlich genannt. Bis 2026 wird das Tool um neue Funktionen erweitert, wie zum Beispiel das für 2032 geplante Schienennetz, politische Simulationen und eine vollständige Netzanalyse.

Die Beta-Version ist kostenlos und ab dem 22. September für alle zugänglich: https://targetnetwork.back-on-track.eu/gate

Für weitere Informationen wende dich bitte an Juri Mairer (chair@back-on-track.eu) oder David Wedekind (davidj.wedekind@gmail.com).